Holzappeler Schießsportanlage wieder in Schuss gebracht
Der Schießsport wird in Deutschland wie in kaum einem anderen Land der EU durch einschlägige Gesetze und Verordnungen reglementiert. Die strengen Rechtsvorschriften betreffen nicht nur den Waffenbesitz der Sportschützinnen und -schützen. Ebenso konsequent werden von Behördenseite auch die Sicherheit und die Umsetzung von Immissionsschutzauflagen beim Bau und bei der Unterhaltung von Schießständen kontrolliert. Das bedeutet: Ein Schießstand muss so betrieben werden, dass bei vorschriftsmäßigem Zustand und bestimmungsgemäßer Durchführung des Schießbetriebes sowohl für die am Schießen beteiligten Personen als auch für die Umgebung Gefahren, Störungen und Umweltbelastungen ausgeschlossen werden können. Die Betriebssicherheit von Schießstätten wird dazu in regelmäßigen Abständen von anerkannten Schießstandsachverständigen überprüft.
Einer solchen Regelkontrolle musste sich auch der Schützenverein Esterau Holzappel vor nunmehr zwei Jahren unterziehen. Dabei wurde festgestellt, dass die Schießanlage, die 1975 an der Dieser Straße errichtet wurde, nicht mehr den aktuellen rechtlichen Erfordernissen entsprach. Umfangreiche Sanierungsarbeiten wurden notwendig, um die Aufrechterhaltung des Schießbetriebs zu gewährleisten. Für den Vorstand und die Mitglieder bedeutete dies: die Finanzierung zu sichern, Materialien zu besorgen, die Ärmel hochzukrempeln und die Arbeiten im vorgegebenen Zeitfenster zum Abschluss zu bringen. Dank der Befürwortung durch den Sportkreis, der Zuschusszusage von Kreis und Sportbund konnte kurzfristig mit der Ausführung der Arbeiten begonnen werden. Dass Corona das Sanierungsprojekt ins Stocken bringen würde, war im Herbst 2019 allerdings noch nicht vorherzusehen. Mit der Lockerung der Maßnahmen nahmen die Tätigkeiten dann jedoch Fahrt auf. Zunächst wurde die Luftdruckhalle schall- und rückprallsicher verkleidet und die Beleuchtung wurde optimiert. Es folgte die aufwändige Dämmung des Pistolen-Freistandes, der Einbau von Trennschutzwänden und das Einziehen einer für die Reinigung von Hülsen und Pulverresten geeigneten Bodenplatte. Zu guter Letzt wurden Wände, Decke und Boden der 50m Außenanlage in gleicher Weise den neuesten Erfordernissen angepasst.
Damit alle Auflagen fachgerecht, im vorgesehenen Finanz- und im genehmigten Zeitrahmen erfüllt werden konnten, war die Einsatzbereitschaft der Mitglieder gefragt. Unter der Regie des Vorsitzenden Stefan Diesler, der fachmännischen Leitung von Harald Schwarz und Volker Österreicher und der Mithilfe eines wechselnden Stabs an Helfern, die ihre freie Zeit in den Dienst des Schützenvereins stellten, konnten die Sanierungsarbeiten jetzt abgeschlossen und der Schießbetrieb ohne Einschränkungen durch die Schießstandaufsicht freigegeben werden.
Damit ist der Schützenverein auch für die kommenden Jahre gerüstet. Es bleibt zu wünschen, dass auch die Bevölkerung in und um Holzappel den Schießsport auf der runderneuerten Anlage als sportliche Alternative wiederentdeckt und die Tradition des Sportschießens auch nach Corona in der Esterau seine Fortsetzung findet.